Was tun wenn der Welpe Durchfall hat

Wie bei Kleinkindern ist Durchfall bei Welpen nichts Ungewöhnliches. Um einschätzen zu können, wann ein Gang zum Tierarzt notwendig ist, haben wir ein paar Anhaltspunkte zusammengestellt.

IST DURCHFALL BEI WELPEN NORMAL?

Keine Sorge – Durchfall ist bei Welpen nichts Ungewöhnliches. Während des Heranwachsens muss sich ein robuster Verdauungstrakt erst entwickeln, und „lernen“, mit verschiedenen Futtermitteln, aber auch der Keimflora aus der Umgebung des Welpen klarzukommen. Als Reaktion auf diese Anpassungsvorgänge kann es sein, dass der Welpe mit Durchfall reagiert. Die konkreten Anlässe dafür sind jedoch vielfältig.

MÖGLICHE URSACHEN VON DURCHFALL BEI WELPEN

Durchfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das in einer Vielzahl von Situationen auftreten kann. Manchmal ist die Ursache leicht festzustellen, manchmal bedarf es größerer Überlegungen und manchmal ist ein Besuch beim Tierarzt unausweichlich. Um Dir einen Anhaltspunkt zu geben, was der Auslöser für den Durchfall bei Deinem Welpen sein könnte, nennen wir Dir die häufigsten Gründe:

FUTTERWECHSEL / UNGEWOHNTES FUTTER

Welpen haben zumeist einen recht sensiblen Verdauungstrakt. Deshalb wird empfohlen, keine abrupten Futterumstellungen vorzunehmen, da dies zu Durchfall führen kann. Insbesondere direkt nach dem Umzug in sein neues Zuhause ist es besser, das bisherige Futter noch für ein oder zwei Wochen beizubehalten, bevor ein eventueller Futterwechsel stattfindet. Dieser sollte in jedem Fall langsam erfolgen, indem eine immer größere Menge des neuen Futters unter das alte gemischt wird. Je unterschiedlicher das alte und das neue Futter ist, desto vorsichtiger sollte die Umstellung vonstattengehen. So tolerieren die meisten Junghunde den Wechsel von einem Trockenfutter auf ein anderes (von gleichen oder einem anderen Hersteller) ohne Probleme, während die Umstellung z. B. von Trockennahrung auf BARF-Rationen schon eine größere Herausforderung darstellen kann. Vorsicht ist auch geboten, wenn der Welpe außer seinem gewohnten Futter Leckereien angeboten bekommt. Selbst wenn diese eigens für Hunde hergestellt sind, kann z. B. ein fettiges Schweineohr oder ein zuckerhaltiger Soft-Snack noch reichlich ungewohnt für den kleinen Hundemagen sein. Gleiches gilt für „Aufmerksamkeiten“ aus der menschlichen Ernährung wie Wurstzipfel, Bratensoße oder Kekse, die ohnehin nichts auf dem Speiseplan des Welpen verloren haben.

Übrigens: Auch wenn Wasser bei den meisten Welpen zu den gewohnten Nahrungsmitteln gehört, sieht das bei gefrorenem Wasser (Schnee!) schon anders aus. Daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn Welpen beim ersten Schneefall zu viel von der weißen Pracht naschen und in der Folge mit Durchfall reagieren.

UNGEEIGNETE NAHRUNG / FREMDKÖRPER

Welpen erkunden ihre Umgebung gerne mit dem Maul. Dabei werden auch viele Dinge aufgenommen, die sich eher weniger als Futter eignen, wie z. B. Kaninchenköttel, Pferdeäpfel, Stöckchen oder Abfall. Auch komplett unverdauliche Sachen wie Socken, abgebissene Spielzeugteile oder Legosteine können im Eifer des Gefechts schon mal im Welpenmagen landen. Naturgemäß haben junge Hunde außerdem großes Interesse an den menschlichen Lebensmitteln, die jedoch teilweise nur bedingt für unsere Vierbeiner geeignet und manchmal sogar regelrecht giftig sind (z. B. Schokolade oder Weintrauben). Da wundert es nicht, wenn der Magen-Darmtrakt ab und zu aus dem Gleichgewicht gerät und mit Durchfall (und eventuell auch Erbrechen) auf diese Fremdkörper reagiert. Daher sollte man so weit wie möglich sicherstellen, dass der Welpe keine Möglichkeit erhält, solche Dinge aufzunehmen – auch wenn er zeitweise unbeaufsichtigt ist. Wenn Du den Verdacht hast, dass der Durchfall Deines Welpen auf die Aufnahme eines solchen Fremdkörpers zurückzuführen ist, schafft ein kurzer Anruf bei Deinem Tierarzt meist Klarheit, ob eine weitere Behandlung nötig ist oder ob das Problem nach kurzer Zeit wieder von selbst verschwindet.

FUTTERHYGIENE

Welpen fressen nicht immer auf Anhieb ihren Napf leer, so dass darin oft Futterreste zurückbleiben. Nicht nur, um dem Junghund ein verlässliches Fressverhalten beizubringen, sondern auch aus hygienischen Gründen sollten solche Reste spätestens eine Viertelstunde nach Beginn der Mahlzeit entfernt werden. Trockenfutter kann einfach im Napf bis zur nächsten Mahlzeit verbleiben, Nass- oder Frischfutter sollte auf jeden Fall im Kühlschrank verwahrt werden. Das gilt auch für angebrochene Futterdosen oder Frischebeutel. Ideal ist es, Frisch- und Nassfutter in kleinere Behälter umzufüllen, die sich luftdicht verschließen lassen. Auch Kauartikel, die längere Zeit halten und regelmäßig vom Welpen „bearbeitet“ werden, können sich zum Nährboden von Keimen entwickeln. Daher sollten diese regelmäßig ausgetauscht oder zumindest mit heißem Wasser abgewaschen werden.

STRESS

Auch Welpen kann Stress auf den Magen schlagen und zu Durchfall führen. Das kann der Umzug in das neue Zuhause sein, die erste Teilnahme an der Welpenstunde oder auch der erste Kindergeburtstag in der neuen Familie. Stressige Situationen zu bewältigen, gehört zum Aufwachsen dazu. Dennoch muss es nicht verwundern, wenn der Welpe auch mit Durchfall-Symptomatik darauf reagiert. Wichtig ist nur, dass der junge Hund genügend Zeit erhält, solche Erfahrungen zu verarbeiten. Deswegen sollte er so oft und so lange er möchte ungestört schlafen können, wie er möchte - und nicht zum Beispiel von Kindern immer wieder aufgeweckt werden.

INFEKTIONSKRANKHEITEN

Das Immunsystem des Welpen ist noch nicht ausgereift und muss erst „lernen“, wie man die Bakterien und Viren aus der Umgebung in Schach hält. Diesen potenziellen Krankheitserregern aus dem Weg zu gehen, ist nahezu unmöglich. Egal ob in der Fußgängerzone oder auf der Hundewiese – viele dieser Keime lauern hier und können sogar an den Schuhsohlen mit in Euer gemeinsames Zuhause gebracht werden. Gegen die wichtigste virusbedingte Durchfallerkrankung (Parvovirose) gibt es eine zuverlässige Impfung, die Dein Welpe unbedingt erhalten sollte. Die meisten anderen Durchfall-Erreger können jedoch getrost in die Gruppe der „Kinderkrankheiten“ eingeordnet werden, die üblicherweise mit der passenden Diät und eventueller Medikamentengabe gut überstanden werden.

WURMBEFALL

Die erste Wurmkur erhalten Welpen üblicherweise bereits schon mit zwei Wochen, denn Wurmlarven können über die Muttermilch übertragen werden. In diesem Alter sollten Welpen und Mutterhündin alle zwei Wochen gemeinsam entwurmt werden, da in dieser Phase der Infektionsdruck besonders hoch ist. Ohne Gegenmaßnahmen kann solch ein Wurmbefall im Welpenalter eine dauerhafte Schädigung von Lunge und Leber herbeiführen. Werden Welpen nicht oder nur unzureichend entwurmt (wie bei Hunden aus dem organisierten Welpenhandel meist der Fall), kann das zu Durchfall oder – in fortgeschrittenem Stadium – auch zum Darmverschluss führen.

Leider wirken Entwurmungsmittel nicht vorbeugend wie eine Impfung, sondern töten nur die vorhandenen Würmer ab. Nimmt der Hund nach der „Wurmkur“ frische Wurmeier oder -larven auf, beginnt der Entwicklungszyklus erneut. Deshalb empfehlen Tierärzte, Welpen alle paar Wochen und erwachsene Hunde regelmäßig alle paar Monate prophylaktisch zu entwurmen. Wie häufig genau, ist vom Alter des Hundes, der Fütterung und seiner Haltung abhängig. Wichtig ist in jedem Fall, Entwurmungspräparate mit klinisch nachgewiesener Wirksamkeit zu verwenden. „Natürliche Wurmkuren“ wie Kokosraspeln, Kräutermischungen oder Fellstücke bringen nichts und können damit sowohl dem Hund schaden als auch seiner Umgebung, wenn er zum Dauerausscheider von Wurmeiern wird. Falls Du „zu viel Chemie“ vermeiden möchtest, ist es wesentlich sinnvoller, alle 1-3 Monate eine Kotuntersuchung beim Tierarzt durchführen zu lassen und nur bei positiven Befund eine Wurmkur zu verabreichen.

GIARDIEN

Wenn junge Hunde immer wieder Probleme mit übelriechendem Durchfall, schleimigem Kot und Blähungen haben, sind häufig Giardien schuld. Diese winzig kleinen Parasiten können zu einem echten Problem werden, denn sie sind nur schwer in den Griff zu bekommen und überleben lange draußen in der Umwelt. Ermittelt werden können sie mithilfe einer Kotuntersuchung. Bei einem positiven Befund stehen dem Tierarzt verschiedene Mittel zur Bekämpfung der Giardien zur Verfügung. Diese allein genügen aber nicht: Das Zuhause muss gründlich desinfiziert werden, um die Gefahr einer erneuten Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Weitere Informationen zu Giardien beim Hund findest du hier.

WAS TUN, WENN MEIN WELPE DURCHFALL HAT?

Erst einmal solltest du mit Hilfe unserer Ursachenliste zu ergründen versuchen, was der Grund für den Durchfall sein könnte. Wirst du dort nicht fündig, überlege, ob die Futterration vielleicht zu groß war, das Futter zu kalt gewesen sein könnte oder ob Reste von Nassfutter in der Schüssel aufgrund hoher Umgebungstemperaturen bereits verdorben gewesen sein könnte. Nach Möglichkeit solltest du die Ursache herausfinden, um diese möglichst abstellen zu können.

Ist Dein Welpen munter, trinkt ausreichend und zeigt außer dem Durchfall keine weiteren Krankheitsanzeichen, kannst Du erst einmal abwarten. Vorsorglich solltest du ein, zwei Mahlzeiten ausfallen lassen. Das führt dazu, dass sich der Magen-Darm-Trakt erholen kann und die Verdauung wieder ins Gleichgewicht kommt. Verzichte auch auf Leckerlis, sondern stelle dem Welpen nur die stets gefüllte Wasserschüssel zur Verfügung. Bitte nicht anstelle des Wassers „Hausmittel“ wie Schwarz- oder Kamillentee anbieten – das kann dazu führen, dass der Welpe zu wenig trinkt, weil ihm die ungewohnten Flüssigkeiten nicht schmecken.

Nach 12-24 Stunden kannst Du dem kleinen Kerl wieder etwas Futter anbieten. Mache dabei nicht den Fehler, aus guter Absicht eine besonders große Portion anzubieten, um die ausgefallenen Mahlzeiten zu kompensieren. Es ist vielmehr empfehlenswert, die ersten Mahlzeiten eher etwas knapper zu bemessen als gewöhnlich, um den Verdauungstrakt des Welpen nicht zu überlasten. Ist Dein Hund danach wieder „dicht“, und der Kotabsatz normalisiert sich, kannst Du wieder zur normalen Fütterung übergehen.

WAS FÜTTERT MAN BEI DURCHFALL?

Wenn ein Welpe Durchfall hat, sollte erst einmal eine strikte Diät eingehalten werden. Es schadet einem Welpen nicht, wenn er einen Tag lang kein Futter erhält. Im Gegenteil – dies sorgt für eine Beruhigung des Verdauungssystems. Er sollte lediglich Wasser trinken und auch keine Leckerlis bekommen.

Zum Anfüttern im Anschluss an die Nahrungskarenz empfiehlt sich, übergangsweise für ein paar Mahlzeiten Schonkost anzubieten. Diese kannst Du entweder als Fertignahrung bei Deinem Tierarzt oder im Zoofachhandel erwerben. Oder aber Du kochst eine größere Portion Reis- oder Haferschleim mit Hühnchen oder Hüttenkäse und teilst diese auf mehrere Mahlzeiten auf. Ebenso wie bei uns ist dieses Essen auf für Hunde leicht bekömmlich. Sobald sich die Verdauung Deines Welpen wieder stabilisiert hat, solltest Du wieder zur gewohnten Fütterung zurückkehren, indem Du schrittweise mehr von seinem normalem Futter unter die Schonkost-Rationen mischst.

WANN MUSS ICH MIT MEINEM WELPEN ZUM TIERARZT?

Nicht in jedem Fall kann in Ruhe abgewartet werden, wie sich die Situation bei Durchfall entwickelt. Entscheidend ist in erster Linie, wie der Allgemeinzustand des Welpen ist und ob er Wasser trinkt. Zeigt Dein junger Hund neben Durchfall möglicherweise auch Erbrechen oder macht er einen ungewöhnlich ruhigen, einfach insgesamt „kranken“ Eindruck, solltest Du ihn umgehend Deinem Tierarzt vorstellen. Welpen haben nur wenige Reserven und können bei schweren Durchfallerkrankungen sehr schnell austrocknen. Das gleiche gilt, wenn Du Blutspuren im Durchfall findest oder der Kot ungewöhnlich dunkel gefärbt ist. Abschließend kann man sagen, dass man bei Durchfall lieber einmal zu oft mit seinem Welpen zum Tierarzt vorstellig werden sollte als sich später Vorwürfe zu machen, erst (zu) spät gegangen zu sein.

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