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Beschäftigungsspiele mit Hund

Hundespiele für draußen und drinnen

Wir stellen dir die besten Hundespiele vor und zeigen, wie sie funktionieren und was du alles beachten solltest.

Übersicht
Artgerechte Beschäftigung
Geeignete Spiele
Tipps für Hundehalter
Hundespiele für draußen
Hundespiele für drinnen

 

Artgerechte Beschäftigung

Wenn ein Welpe ins Haus kommt, interessiert die meisten Hundebesitzer, wie die Hundeerziehung funktioniert. Diese stellt selbstverständlich einen wichtigen Teil in der Beziehung zwischen Mensch und Hund dar. Doch genauso wichtig ist eine artgerechte Beschäftigung mit dem Hund. Die beste Erziehung bringt nichts, wenn der Hund sich langweilt, weil er körperlich und geistig nicht ausgelastet ist. Daher möchten wir eine Vielzahl von Hundespielen vorstellen, die für Hunde aller Art in Frage kommen. Hier heißt es austesten, welches Spiel gut passt und Freude macht. Der eine mag lieber Apportieren, ein anderer Suchspiele, Hundetricks, Agility oder Intelligenzspiele. Jeder Hund hat andere Interessen, die mit seiner persönlichen Veranlagung, aber auch mit seiner Abstammung zu tun haben können: Hüte- und Treibhunde wie der Border Collie lieben es, wenn sie geistig anspruchsvolle Aufgaben erledigen können. Apportierhunden wie dem Golden Retriever liegt es dagegen im Blut, Gegenstände aller Art zurückzubringen. Und bei Jagdhunden verwundert es nicht, wenn sie gerne Fährtenarbeit oder Leckerlisuchspiele machen. Am besten beobachtest du deinen Hund und schaust, welches Hundespiel ihm Spaß macht.
 

Geeignete Hundespiele

Welche Hundespiele für den jeweiligen Hund geeignet sind, hängt nicht nur von seinen Vorlieben, sondern auch vom Alter und seiner Größe ab: Welpen darf keinesfalls zu viel zugemutet werden, damit es nicht zu gesundheitlichen Schäden kommt. Außerdem darf man sich nicht ärgern, wenn bereits nach wenigen Minuten die Luft raus ist, weil das Interesse schon wieder etwas anderem gilt. Das ist völlig normal und sollte akzeptiert werden. Keinesfalls sollte der Welpe zum Spielen oder einer bestimmten Beschäftigung gezwungen werden, da dies nicht nur Frust auslösen könnte, sondern auch die Beziehung zum Hund nachhaltig beeinträchtigen könnte. Alles sollte spielerisch ohne jeglichen Zwang ablaufen. Das gilt bis ins hohe Hundealter, wenn es heißt, die Hundespiele entsprechend anzupassen. Manches geht dann einfach nicht mehr und sollte eingeschränkt oder aufgegeben werden. Das ist bei manchen Hunden nicht erst im fortgeschrittenen Alter der Fall, sondern gilt grundsätzlich: So eignen sich zum Beispiel kleine, langgezogene Hunde wie der Dackel ebenso wenig für das Nebenherlaufen am Fahrrad oder das Überwinden größerer Hürden, wie Hunde mit Atemproblemen oder Übergewicht. 
 

Sei ein guter Lehrer

Auch wenn es bei Hundespielen nicht um klassische Hundeerziehung geht, so kommt es auch hier auf „den Lehrer“, also dich an. Der Hund muss verstehen, was von ihm gewünscht wird. Ein Hundetrick sollte Step by Step vermittelt werden, denn woher soll der Hund wissen, was er tun soll. Hier heißt es, sich in den Hund hineinzuversetzen, wie er etwas am Besten verstehen könnte. Hier ist zum einen Geduld gefragt, vor allem aber auch ein gewisser Enthusiasmus. Der Funke muss überspringen – dann hat nicht nur der Hund seine Freude, sondern auch du selbst. Fehlt schlussendlich nur noch eins – die Belohnung! Es dürfen ruhig extra feine Leckerlis sein (nicht „die üblichen“), wenn vom Hund eine gewisse Leistung erbracht werden soll. Jeder erfolgreiche Step sollte belohnt werden. Klappt etwas nicht, schimpfe nicht, sondern ignoriere mit einem kurzen „Nein“ das Verhalten und probiere es noch einmal. Bei einer schnellen Abfolge eines Tricks, zum Beispiel beim Dogdance, ist es eventuell ungünstig, dem Hund ständig ein Leckerli zu geben. Für diese Fälle eignet sich das Clickertraining, das vielseitig eingesetzt werden kann.
 

Hundespiele für draußen

  • Fangspiele: Ob in der Welpenspielstunde mit gleichaltrigen Artgenossen oder beim Spiel mit Herrchen und Frauchen – Fangspiele kommen immer gut an. Für Welpen sind sie die Schule des Lebens, denn im Spiel lernen sie die Kommunikation mit dem Gegenüber, üben das Anschleichen und Verfolgen, trainieren ihre Muskeln und verbessern ihre Sinneswahrnehmung, Körperbeherrschung und ihr Reaktionsvermögen. Achte aber darauf, dass das Spiel ausgeglichen ist. Eine ungleich zusammengestellte Welpengruppe könnte für schwächere Tiere eine Belastung darstellen. Und auch bei dir selbst sollte es klar sein, dass du dem Welpen nicht immer davonsprintest, sondern er die Freude erhält, dich zu erwischen.  
  • Apportierspiele: Ob Stöckchen, Ball oder Futterdummy – Apportieren macht vielen Hunden riesig Spaß. Das sollte ausgenutzt werden, indem auch ein wenig Hundeerziehung integriert wird. Das macht vor allem dann Sinn, wenn ein Hund das Laster hat, jedem sich bewegenden Gegenstand hinterher zu jagen, wozu unter anderem auch Fahrradfahrer gehören. Dann empfiehlt es sich, ihn absitzen und erst auf Kommando apportieren zu lassen. Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Artikel über das Apportieren.
  • Abwechslung beim Gassigehen: Jeden Tag exakt die gleiche Runde zu drehen, ist mit der Zeit etwas langweilig. Daher solltest du nicht nur bezüglich deiner Touren für Abwechslung sorgen, sondern auch beim Gassigehen selbst. Am Besten hältst du immer Ausschau, was die Umgebung zu bieten hat. Vielleicht ein kleiner Zick-Zack-Lauf um einige Bäume, ein Mäuerchen oder ein Baumstamm, auf den man springen kann oder einfach nur kleine Abstecher nach links und rechts vom Weg. Selbst eine kurzzeitige Tempoverschärfung sorgt bereits dafür, dass der Hund auf einen aufmerksam wird. Selbstverständlich lassen sich auch Fang- oder Apportierspiele einstreuen. Hauptsache, man macht sich interessant und sorgt für Abwechslung.
  • Beliebte Hundesportarten: Es gibt unzählige Hundeportarten, die sich zur körperlichen und geistigen Beschäftigung eignen. Eine der bekanntesten ist das Agility. Dabei geht es in erster Linie um Geschicklichkeit und Geschwindigkeit – und zwar nicht nur um die des Hundes, sondern auch die eigene, schließlich läuft man im Parcour mit. Zwar muss der Halter nicht die unterschiedlichsten Hindernisse überwinden, doch bei einem flotten Hund kann es ganz schön schweißtreibend sein, ihn richtig einzuweisen und ihm zu folgen. Unser Video-Grundlagenkurs mit Agility-Weltmeister Daniel Schröder gibt dir einen tollen ersten Einblick! Wer es lieber etwas langsamer aber dennoch anspruchsvoll haben möchte, kann Dogdancing ausprobieren. Den unterschiedlichsten Übungen sind „beim Tanz mit dem Hund“ keine Grenzen gesetzt. Und wer die Hauptarbeit doch lieber seinem Hund überlassen möchte, für den ist vielleicht Obedience genau das Richtige. Hierbei geht es um das harmonische Miteinander von Hund und Mensch. Im Vordergrund steht das exakte und zugleich freudige Ausführen genau festgelegter Übungen wie Bei-Fuß-gehen, den Hund während des Gehens abzulegen oder ihn einen Gegenstand apportieren zu lassen.
  • Suchspiele: Suchspiele sind eine ideale Beschäftigung für alle Hunde, die gerne ihre Nase einsetzen. Zum Beispiel kannst du im Haus, Garten oder unterwegs Leckerlis verstecken und deinen Hund suchen lassen. Um das Spiel zu verstehen, sollte klein angefangen werden: Der Hund muss kapieren, was „Such das Leckerli“ bedeutet. Daher bekommt er sie erst einmal direkt vor die Nase gelegt, bevor der Abstand immer weiter vergrößert werden kann. 
    Eine zweite Variante ist die Fährtenarbeit. Dabei wird eine Spur gelegt, welcher der Hund folgen muss. Das kann mit Hilfe einer Wurst oder eines Stück Pansens erfolgen, das durch das Gras gezogen wird – ebenso lässt sich eine Leckerlifährte legen. Wer hierbei erfolgreich agiert, ist vielleicht zu Höherem geboren und möchte Mantrailing, also die Suche nach einem Menschen in einer Hundeschule erlernen.
  • Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte und entsprechend Zeit und Motivation mitbringt, kann auch eine Ausbildung zum Rettungshundeführer ins Auge fassen. Prinzipiell kann fast jeder Haushund ein Rettungshund werden - wichtige Anforderung sind neben entsprechender Fitness jedoch Charaktereigenschaften wie die Wesensfestigkeit. Die dort zu meisternden Aufgaben sind eine tolle Beschäftigung und Auslastung für Vierbeiner.
 

Hundespiele für drinnen

  • Leckerlisuche: Wenn es draußen eisig kalt, dunkel oder regnerisch ist, dann fallen Hundespaziergänge in der Regel deutlich kürzer aus und der Hund freut sich daheim über Abwechslung. Ebenso wie draußen, bietet sich auch drinnen eine Leckerlisuche an. Versteckmöglichkeiten gibt es sicherlich ausreichend unter dem Bett, hinter einem Blumentopf oder auf dem Sofa (sofern der Hund dieses betreten darf). Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten: Knülle Zeitungspapier zusammen, bestücke die eine oder andere Kugel mit einem Leckerli und wirf alles in einen Karton. Das könnte für ganz schön Action sorgen. Ruhiger geht es zu, wenn du ein Leckerli in ein Handtuch einwickelst. Manche Hunde gehen erstaunlich professionell vor und wickeln sofort das Handtuch mit ihrer Pfote aus – aber das kann man natürlich nicht gleich von jedem verlangen!
  • Intelligenzspiele: Es gibt im Handel eine schöne Auswahl von Intelligenzspielen, bei denen es meistens darum geht, dass ein Hund eine bestimmte Aufgabe lösen muss (z. B. an etwas ziehen oder drehen), um an ein Leckerli zu gelangen. Ähnlich verhält es sich mit einem Snackball, der mit kleinen Belohnungen gefüllt wird, die durch die Bewegung des Balls über eine Öffnung wieder freigegeben werden. Du kannst mit deinem Hund aber auch das berühmte Hütchenspiel spielen. Dafür nimmst du drei Plastikbecher und versteckst unter einem ein Leckerli. Hat der Hund das Spiel verstanden, kannst du damit beginnen, die Becher zu verschieben und schauen, ob er immer noch zielstrebig auf den richtigen zusteuert.
  • Apportieren für Zuhause: Nicht nur draußen macht das Apportieren Spaß, es kann genauso gut drinnen stattfinden. Hier lässt es sich ganz geschickt mit etwas Hausarbeit verbinden: Statt immer nur denselben Gegenstand zu apportieren, kann der Hund lernen, verschiedene zu unterscheiden. Dazu ist es notwendig, den jeweiligen Gegenstand jedesmal deutlich mit einem Wort zu verbinden – also „Bring den Ball, die Puppe, das Seil, den Bär“. Das ist für manche Hunde sicherlich zu schwer, doch für arbeitseifrige Tiere ist es eine interessante Herausforderung. Und wenn dies gut klappt, kommt schließlich der Höhepunkt, dass der Hund die herumliegenden Spielsachen alle einsammelt und in einem Korb räumt.
  • Agility im Haus und Garten: Was tun, wenn der Agilityparcour in der Hundeschule unter einer Schneedecke begraben ist? Ganz einfach: Selbst einen Parcour bauen! Wenn ausreichend Schnee vorhanden ist, lässt sich dieser zum Bau von Hindernissen im Garten verwenden, ansonsten helfen auch Bretter, Stangen, Plastikeimer, ein Gartenschlauch oder Hula-Hoop-Reifen. Auch indoor muss man sich nur zu helfen wissen, um einen kleinen Parcour aufzubauen: Im Fachhandel bekommt man Kriechtunnel, dazu lässt sich mit Büchern oder Kissen ein Slalom aufstellen oder mithilfe von Stühlen und einem Besenstiel ein Hindernis bauen.

     

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