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Jeder Welpe muss frühzeitig lernen, wo er reinbeißen darf und wo nicht. Ein paar Tricks und konsequentes Vorgehen bringen den gewünschten Erfolg.

Welpe beißt – Was kann ich tun?

Schon die Kleinsten beißen zu

Erste Erfahrungen machen Welpen bereits in der Kinderstube: Bei spielerischen Auseinandersetzungen mit ihren Wurfgeschwistern wird nicht nur getobt, sondern auch zugebissen. Bis zu einer gewissen Grenze wird das toleriert und stört das Spielgeschehen in keiner Weise. Beißt jedoch einer der Welpen zu fest zu, kann es zu einem jähen Spielabbruch kommen. Oftmals jault der Gebissene kurz auf und zieht sich dann zurück. Das ist natürlich genau das Gegenteil von dem, was beide gerade wollen – nämlich eine spielerische Auseinandersetzung. So lernt bald jeder in der Gruppe, was es für Konsequenzen mit sich bringt, wenn man (zu) fest zubeißt oder selbst gebissen wird. Mit der Zeit passen die Welpen ihr Verhalten an und nehmen sich etwas zurück. Schließlich wollen alle Spaß haben. In der Welpenstube kommt es somit untereinander zum Erlernen einer gewissen Beißhemmung, die im Umgang mit Artgenossen wichtig ist.

Der Welpe im neuen Zuhause

Bei weitem nicht jeder Welpe hat schon frühzeitig gelernt, wie er sich gegenüber dem Menschen oder Gegenständen zu verhalten hat. Weder mögen wir es, wenn der Welpe zu fest in die Hand beißt, noch sich das Hosenbein, die Hausschuhe oder Möbelstücke vornimmt. Manche Welpen oder auch bereits ausgewachsene Hunde hatten wenig Kontakt mit Menschen oder Artgenossen und konnten daher noch nicht ausreichend Erfahrungen machen, was tolerierbar ist und was nicht. Aber bei erfahrenen Züchtern kann es vorkommen, dass der Welpe noch nicht ausreichend sozialisiert ist und gelernt hat, wie er sich zu verhalten hat, damit er Konflikte vermeidet. Im ersten Lebensjahr ist es außerdem üblich, dass Welpen immer wieder ihre Grenzen austesten. Dazu gehört auch das Raufen, was bei Hunden im Prinzip immer auch mit zubeißen verbunden ist. Hier heißt es, rechtzeitig zu entscheiden, was und wieviel erlaubt ist.

Beißhemmung beim Welpen trainieren

So gut wie jeder Hundehalter besorgt für seinen Welpen Spielzeug, worauf er kräftig kauen darf. Nicht selten werden Zerrspiele durchgeführt, die ganz automatisch dazu führen, dass der Welpe ordentlich zubeißt, schließlich will er ja seine Kräfte unter Beweis stellen. Bei einem jungen Welpen ist es auch nicht weiter schlimm, wenn er uns hin und wieder spielerisch in die Hand beißt. In einigen Monaten könnte dies jedoch zu einem Problem werden! Wer dies nicht unterbindet, muss sich im Klaren darüber sein, dass der Hund Menschen gegenüber keine zuverlässige Beißhemmung erlernt. Das ist besonders wichtig, wenn Kinder mit dem Hund aufwachsen. In diesem Fall sollten alle darauf verzichten, dem Welpen zu erlauben zuzubeißen - auch wenn das anfangs noch "süß" wirken mag. Um ihm das beizubringen, muss man einfach in die Rolle eines anderen Welpen schlüpfen: Sobald der Welpe zubeißt, gibt man zum Beispiel ein lautes „Aua“ von sich, beendet das Spiel abrupt und wendet sich ab. Das zeigt bei vielen Welpen bereits deutlich Wirkung.

Überzeugendes und konsequentes Handeln

Kein Welpe besitzt gegenüber anderen Tieren oder Menschen eine natürliche Beißhemmung. Diese muss erlernt und immer wieder konsequent bestärkt werden. Es hilft wenig, wenn der Hund sein Herrchen beißen darf, nicht aber die Kinder. Wesentlich einfacher ist es für den Hund, wenn die Regel für alle (und alles) gilt. Das ist auch deshalb sinnvoll, damit der Hund die Beißhemmung gegenüber allen Menschen verinnerlicht. Um dies zu trainieren ist es wichtig, überzeugend und souverän aufzutreten. Sich nur zwei Sekunden abzuwenden und dabei herumzualbern oder zu grinsen, überzeugt einen Hund nicht davon, dass er gerade etwas falsch gemacht hat. Es muss ein deutliches Zeichen und einen Spielabbruch geben. Manche Hundehalter verlassen sofort den Raum und lassen den Welpen kurze Zeit alleine zurück. Der Entzug sozialer Interaktion führt dazu, dass der Welpe sein Verhalten mit der Zeit anpassen wird. Anschließend kann und soll das Spiel wieder fortgeführt werden. Doch nur so lange, wie der Welpe sich entsprechend verhält. Es können einige Tage und dutzende Versuche notwendig sein, bis der Hund langsam aber sicher sein Verhalten anpasst. 

Den Welpen bestrafen

Wer seinem Hund erlaubt hat, spielerisch zu beißen und dann plötzlich die Erfahrung gemacht hat, dass dies schmerzhaft ist, sollte seinen Hund keinesfalls schlagen oder ihn anbrüllen. In der Welpenzeit ist es wichtig, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Mensch und Hund aufzubauen. Durch ein überzogenes oder gar brutales Verhalten wird vielleicht kurzfristig einen Erfolg bringen und kann dem Herrchen erlauben Dampf abzulassen, aber wird bei der Erziehung im Nachgang zu vielen Problemen führen. Denn der Hund lernt, dass Aggression und Brutalität ein probates Mittel zur Problemlösung darstellt. Die Erziehung wird dadurch nur noch weiter erschwert. 
Sieh dir unsere Tipps an und beginne sogleich mit dem Training der Beißhemmung. Mache dem Hund klar, wo er reinbeißen darf (Stofftiere, Zerrseile, etc.) und wo nicht (Hand, Hose, Tischbein). Damit kein Frust aufkommt, solltest du stets eine Alternative zur Hand haben. Beißt er also zum Beispiel in dein Hosenbein, stoppst du ihn mit einem deutlichen Kommando und beendest entweder das Spiel komplett oder bietest ihm einen Ersatz in Form eines Spielzeugs. Mit der Zeit lernt der Hund immer besser, wo er reinbeißen darf und wo nicht.

Beißen erlaubt

Wenn keine Kinder im Haus sind und es sich um einen braven Hund handelt, dem voll und ganz vertraut werden kann, muss das Zubeißen nicht zwingend unterbunden werden. Ebenso wie Welpen gegenüber ihren Geschwistern gelernt haben, wie fest man zubeißen darf, können sie das auch gegenüber Menschen lernen. Hier muss jeder individuell für sich entscheiden, wie weit er gehen möchte. Manche greifen hierbei auch zu einem tierischen Mittel und spielen vorübergehend die Alphahündin: Der Welpe wird also wahrlich angeknurrt, fixiert und durch eine schnelle Körperbewegung erschreckt oder gar kurz niedergedrückt. Auch das kann ein probates Mittel sein, um dem Welpen zu verdeutlichen, wie weit er gehen darf. Am besten entscheidest du individuell, welche Methode dir besser liegt und zielführend ist.
In jedem Fall ist es hilfreich und sinnvoll, eine Hundeschule aufzusuchen. Hier lernt der Hund nicht nur, wie er sich Artgenossen gegenüber zu verhalten hat - es gibt auch viele Tipps, speziell auf deinen Hund zugeschnitten, von einem kompetenten Trainer. Denn auch wenn es bestimmte, allgemeine Tipps gibt: Jeder Hund hat einen eigenen Charakter und nicht jede Entwicklung im Hundeleben verläuft gleich. 

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