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Die wichtigsten Infos

Hilfe gegen Zecken beim Hund

Wann ist Zeckenzeit?

Die Zeckengefahr ist generell vom April bis zum September am größten. Aber Vorsicht: Die kleine Plage kann schon bei zweistelligen Temperaturen ab 10 Grad aktiv sein. Daher solltest Du je nach Witterung bereits ab Februar und bis in den Oktober Acht geben. Und selbst über die Wintermonate ist die Gefahr von Zecken nicht völlig auszuschließen.
 
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Wie kommt die Zecke auf den Hund?

Würden sich unsere Hunde immer brav auf den Wegen aufhalten, wäre die Zeckengefahr minimal. Doch interessant wird es ja erst am Wegesrand, in Wiesen, unter Büschen, im Wald oder am Flussufer. Überall dort lauern Zecken! Aber nicht nur hier: Zecken kann sich ein Hund auch im Stadtpark, in Hausgärten, auf einem Rastplatz oder an einem Badesee einfangen. Die lästigen Parasiten warten einfach an hohen Gräsern oder Ästen ab, bis ein Opfer an ihnen vorbeistreift und schon krallen sie sich im Fell fest. Glücklicherweise gehören sie nicht zu den Tieren, die sofort zubeißen. Viele von ihnen wandern erst einmal noch einige Zeit auf dem Hund umher und suchen eine Stelle, die gut durchblutet und möglichst dünnhäutig ist. Wer seinen Hund also nach jedem Spaziergang auf Zecken untersucht, hat gute Chancen, die Tierchen noch vor ihrem Biss rechtzeitig entfernen zu können.
 

Wie erkenne ich eine Zecke?

Zecken gehören zu den Spinnentieren, die alle über vier Beinpaare verfügen. Weltweit gibt es über 900 verschiedene Zeckenarten, wovon allerdings nur zirka 20 in Deutschland vorkommen. Je nach Art und Stadium können sie sehr unterschiedlich aussehen. Am bekanntesten sind Bilder von Weibchen des Gemeinen Holzbocks, die im vollgesogenen Zustand über 2 Zentimeter groß werden können. Sie sind eindeutig zu identifizieren und können leicht mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. Anders sieht es bei Larven und Nymphen aus. In diesen Stadien, aus welchen später das adulte Tier hervorgeht, sind die Zecken nur wenige Millimeter groß und im Fell eines Hundes sehr schwer zu entdecken. Zumeist weisen sie eine bräunliche, graue oder schwarze Farbe auf. Je größer sie sind, desto deutlicher werden ihre ausgeprägten Mundwerkzeuge sichtbar.
 

Die häufigsten Zeckenarten

Gemeiner Holzbock: Der Gemeine Holzbock ist die häufigste und bekannteste Art in Deutschland und Mitteleuropa. Seine bevorzugten Wirte sind Haustiere, Wildtiere und Menschen. Sie haben einen braunen Hinterkörper und sind ansonsten schwarz. Der Gemeine Holzbock wird etwa zwei bis drei Jahre alt und bewohnt die unterschiedlichsten Habitate. Die winzigen Larven halten sich oft in Bodennähe auf und befallen Kleinsäuger, wobei sie Erreger wie zum Beispiel Borreliose aufnehmen können. Befallen sie zu einem späteren Zeitpunkt einen Hund, kann der Erreger übertragen werden.

Braune Hundezecke: Die Braune Hundezecke kam ursprünglich nur im Mittelmeerraum vor. Eingeführte Hunde dürften einen großen Anteil daran haben, dass diese Zeckenart mittlerweile auch in Deutschland heimisch ist. Milde Außentemperaturen und ein warmes Wohnzimmer ermöglichen ein ganzjähriges Vorkommen. Erkennbar ist die Art an ihrer rötlich-braunen Farbe und ihrem relativ schmalen, nach vorn spitz zulaufenden Körper.

Auwaldzecke: Ähnlich wie die Braune Hundezecke breitet sich auch die Auwaldzecke immer mehr in Deutschland und Mitteleuropa aus. Im Gegensatz zu dieser weist sie ein weißlich marmoriertes Rückenschild auf und ist am Hinterkörper etwas breiter. Wie der Name sagt, bevorzugt diese Zeckenart eher feuchte Gegenden wie Wälder und Moore.

Bevorzugte Wirte:
  • Wildtiere
  • Haustiere
  • Menschen
Lebenserwartung: 2 – 3 Jahre
 

Zecken und ihre Mythen

„Zecken fallen vom Baum auf den Wirt“ – Statt in luftigen Höhen sitzen Zecken viel eher in Gräsern und Büschen. Beim Vorbeigehen können sie so direkt an ihr Opfer herankommen.

„Sommerzeit = Zeckenzeit“ – Auch wenn die Gefahr im Sommer größer ist, kann die Zeckensaison bereits im Frühjahr beginnen und bis in den Herbst reichen.

„Immer herausdrehen!“ - Nutzt man für die Entfernung einen Zeckenhaken, wird die Zecke gerade herausgezogen. Bei einer Zeckenzange wird das Tierchen (vorsichtig) herausgedreht. Zu festes Drehen birgt die Gefahr, dass Teile der Zecke im Opfer steckenbleiben!
 

Zeckenstich beim Hund: Symptome und Auswirkungen

Der Zeckenstich verursacht beim Hund meist heftigen Juckreiz und/oder Schwellungen. Befinden sich Krankheitserreger im Zeckenspeichel - welche sich die Zecke bei einem früheren Wirt eingefangen hat - können teils lebensgefährliche Krankheiten übertragen werden, wie: Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose. Man schätzt, dass 20-30 % aller Holzböcke in Deutschland Borreliose-Erreger in sich tragen, 1-4 % Anaplasmose-Erreger und in Risikogebieten 1-5 % FSME-Erreger. Gut zu wissen ist jedoch zum einen, dass bei weitem nicht jeder Zeckenbiss eine Übertragung mit einem Erreger mit sich bringt, zum anderen leben viele Hunde mit Borrelien, ohne dass es hierbei zu klinischen Problemen kommt. Dennoch ist selbstverständlich ein Schutz vor Zecken angeraten.
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Parasitenschutz für Deinen Hund

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Hund vor Zecken zu schützen. Einen geringen oder mitunter auch gar keinen Schutz bieten Hausmittelchen wie Teebaum- oder Lavendelöl. Vielversprechender ist Kokosöl, aber auch hier gibt es sehr unterschiedliche Meinungen über den Wirkungsgrad. Möglicherweise hängt dieser ganz individuell vom jeweiligen Hund, seinem Fell und der Umgebung ab. Hier muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Besseren Schutz bieten Präparate aus dem Fachhandel oder direkt über den Tierarzt:
  • Anti-Zecken-Halsband
  • Schützende Sprays
  • Spot-On Kur zum Auftragen
  • Tablette gegen Zecken („Antiparasitikum“)
Achtung: Nicht alle Zeckenmittel sind für jede Tierart bzw. jedes Tieralter gefahrlos geeignet! Die Beratung beim Tierarzt hilft, das passende Produkt zu finden und ist in jedem Fall anzuraten. Infos zu einer Borreliose-Impfung gibt die Impfkomission Veterinärmedizin.
 

Den Hund auf Zeckenbefall untersuchen

In der Zeckensaison sollte man sich nicht auf einzelne Schutzmittel verlassen. Am besten, nach jedem Spaziergang durch entsprechendes Gebiet den Hund absuchen, um das Risiko möglichst zu verringern und eine Zecke schnell entfernen zu können. Beliebteste Stellen sind:
 
  • Ohren
  • Hals
  • Brust
  • Schultern
  • Achseln
Aber: Selbst Fachleute können beim Absuchen des Hundes Zecken übersehen! Umso wichtiger sind vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor den Blutsaugern.
 

Die Zecke beim Hund entfernen

Hat man an seinem Hund eine Zecke entdeckt, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden. Dadurch wird das Risiko einer Krankheitsübertragung reduziert. Verzichte darauf, die Zecke vor dem Entfernen mit Öl, Nagellack oder Alkohol zu beträufeln, denn im Todeskampf könnte sie vermehrt ihren Speichel in die Wunde einbringen und dadurch eine Krankheit übertragen. Lege stattdessen die Zecke frei und setze mit einer Zeckenzange bzw. einem Zeckenhaken so nah wie möglich an der Haut an.

Vorsicht: Die Zecke nicht quetschen und nicht ruckartig anreißen!

Beim Entfernen kommt es darauf an, den Zug langsam aber sicher immer weiter zu erhöhen, bis die Zecke schließlich loslässt. Ein Drehen ist nicht notwendig, höchstens leichtes hin und her bewegen. Die Zecke kann nach der Entfernung beispielsweise einfach in einem Klebestreifen eingeschlossen und so entsorgt werden.
 

Nach der Zecken-Entfernung beim Hund

Beobachte Deinen Hund, um auf Reaktionen schnell reagieren zu können. Sind Verhaltensänderungen bemerkbar? Anderes Fressverhalten? Rötungen? Im Zweifelsfall immer den Tierarzt kontaktieren!

Zecken sind nur eine von vielen Parasitenarten, die Deinen Hund befallen können und über die Du Dich daher am besten schon im Vorhinein informieren solltest. Allgemeine Informationen und einen Auflistung der häufigsten Parasiten findest Du in unserem Übersichts-Artikel.

 

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Silke Pospiech Hundeexpertin

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