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Diät-Tipps

Übergewicht beim Hund

Übergewicht bei Hunden wird häufig als unbedeutender Schönheitsfehler abgetan, birgt allerdings mittel- bis langfristig die Gefahr von ernsthaften Gesundheitsrisiken wie Skelettschäden, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie einer Diabetes mellitus. Eine angemessene Ernährung und Aktivität hilft, der Gewichtszunahme frühzeitig entgegenzuwirken.

Übergewicht beim Hund erkennen

Um rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen bei einem übergewichtigen Hund zu treffen, muss zunächst die tatsächliche körperliche Verfassung des Hundes bestimmt werden. Zur einfacheren Bestimmung des körperlichen Zustandes eignet sich der sogenannte Body Condition Score (BCS). Diese tierärztliche Skala unterteilt die Körperkondition von Hunden in fünf Gruppen von BCS 1 "sehr mager" bis BCS 5 "fettleibig". 
 
BCS 1
sehr mager
BCS 2
untergewichtig
BCS 3
idealgewichtig
BCS 4
übergewichtig
BCS 5
fettleibig
BCS_1_Hund_sehr mager BCS_2_Hund_untergewichtig BCS_3_Hund_idealgewichtig BCS_4_Hund_uebergewichtig BCS_5_Hund_fettleibig
Rippen, Rückenwirbel und Beckenknochen sind bei kurzem Haar sehr gut zu sehen Rippen, Rückenwirbel und Beckenknochen sind sichtbar Gut proportioniert Rippen und Rückgrat sind nur schwer zu ertasten Rippen und Rückgrat sind kaum zu ertasten
Deutlicher Verlust der Muskelmasse vorhanden Deutlich erkennbare Taille Rippen und Rückenwirbel sind nicht sichtbar aber gut zu fühlen Schwer erkennbare Taille Taille ist nicht erkennbar
Auf dem Brustkorb ist keine Fettschicht zu fühlen Auf dem Brustkorb ist eine sehr dünne Fettschicht zu fühlen Auf dem Brustkorb ist eine dünne Fettschicht zu fühlen Auf Brustkorb, Rückgrat und Schwanzansatz ist eine Fettschicht fühlbar Auf Brustkorb, Rückgrat und Schwanzansatz ist eine deutliche Fettschicht
Körpergewicht von bis zu 20 % unter Idealgewicht Körpergewicht von bis zu 10 % unter Idealgewicht Körpergewicht entspricht dem Idealgewicht Körpergewicht von bis zu 10 % über Idealgewicht Körpergewicht von bis zu 20 % über Idealgewicht
Als Faustregel gilt: Ein Hund gilt als übergewichtig, wenn man beim Streicheln über den Brustkorb die Rippen nicht mehr fühlen kann. Aber auch, wenn die Bewegungsfreude des Hundes abnimmt oder der Hund schneller als gewohnt außer Atem kommt, sind dies häufig erste Anzeichen für ein Übergewicht. 

Beispiel: Unsere Beispielhündin Luna ist ein Mischling mit einem Idealgewicht von 30 kg. Ihr aktuelles Körpergewicht beträgt jedoch 34 kg und liegt damit 17 % über dem Idealgewicht. Laut BCS liegt eine Fettleibigkeit vor, welche in Hinblick auf die Tiergesundheit unbedingt behandelt werden sollte.
 

Folgen des Übergewichtes

Übergewicht bei Hunden sollte nicht als simpler Schönheitsfehler abgetan werden, sondern enstpricht einer ernstzunehmenden Erkrankung, die weitere gesundheitliche Risiken nach sich ziehen kann. Das Risiko an Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkproblemen oder Tumoren zu erkranken, nimmt bei übergewichtigen Hunden deutlich zu. Studien belegen, dass die Lebenserwartung übergewichtiger Hunde um bis zu 20 % sinken kann. Wird ein Übergewicht bei einem Hund festgestellt, sollten zeitnah Maßnahmen zur Gewichtsreduktion ergriffen werden, um langfristigen Schäden vorzubeugen.

Übergewicht durch Aktivität bekämpfen

Neben den Ernährungsgewohnheiten kann auch die Aktivität eines Hundes die Gewichtsreduktion nachhaltig beeinflussen. Mit erhöhter körperlicher Aktivität steigt der Energiebedarf, was den Abbau von Körperfett begünstigt. Dabei ist zu beachten, dass nur eine längerfristige Steigerung des Aktivitätslevels zu einem anhaltenden Mehrbedarf an Energie führt. Leidet ein Hund aufgrund seines Übergewichtes bereits an weiteren Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Störungen des Bewegungsapparates, darf er nicht so stark belastet werden. In diesem Fall sind physiotherapeutische Maßnahmen besser geeignet, um dem Hund auf schonende Weise mehr Bewegung zu verschaffen.

Gut geeignet sind flotte Spaziergänge (lieber zu Beginn mehrere kurze Runden täglich als gleich ein Gewaltmarsch), Schwimmen in sauberen Gewässern oder speziellen Hundebecken, bei gesteigerter Kondition auch lockeres Traben am Fahrrad. Weniger geeignet sind gelenkbelastende Aktivitäten wie die beliebten Hundesportarten Agility, Flyball oder Dog Frisbee.

Der gesunde Weg zum Idealgewicht

Durch die Nahrungsaufnahme wird der Hund mit Energie und wichtigen Nährstoffen wie Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Reduziert man nun die Menge des bisherigen Futters, sinkt zwar die Energiezufuhr des Hundes, jedoch kann es zu Unterversorgungen bei anderen wichtigen Nährstoffen kommen. Um das Körpergewicht auf gesunde Weise zu verringern, eignet sich die Verwendung eines energiereduzierten Futters mit einer bedarfsorientierten Zusammensetzung. Hierbei ist die Energiedichte des Futter durch einen begrenzten Fettanteil deutlich geringer, während der Anteil an wichtigen Nährstoffen für eine gesunde Ernährung erhalten bleibt. Zudem weisen energiereduzierte Futter wie BELCANDO® Adult Light einen hohen Rohfasergehalt durch Inhaltsstoffe wie Haferschälkleie und Rübentrockenschnitzel auf. Der individuelle Energie- und Nährstoffbedarf des einzelnen Hundes ist wiederum abhängig von weiteren Faktoren wie Rasse, Aktivität und Alter. Als erste Orientierung sollte hier die Fütterumngsempfehlung des Herstellers herangezogen werden.

Diätverlauf und Erhalt des Idealgewichtes

Die Erwartungen von Hundehaltern an die Dauer bis zum Erreichen des Idealgewichtes sind häufig unrealistisch. Daher ist es hilfreich, einen Diätplan zu erstellen, der von einer realistischen Gewichtsabnahme von nicht mehr als 1-1,5 % pro Woche ausgeht. Unsere Beispielhündin Luna würde bei optimalem Diätverlauf also circa 8-12 Wochen benötigen, um zu ihrem Idealgewicht zurückzukehren. Damit der Fortschritt erfasst und die Ernährung gegebenenfalls weiter angepasst werden kann, sollte das Gewicht des Hundes einmal wöchentlich überprüft werden.

Hat der Hund nach der Gewichtsabnahme sein Idealgewicht erreicht, erfolgt die Umstellung auf ein Hundefutter mit normalem Energiebedarf. Ein Teil der Tagesration kann als Belohnung über den Tag verteilt gegeben werden. Alle weiteren angebotenen Futterbestandteile müssen in der Berechnung der Tagesration entsprechend berücksichtigt werden. Auch weiterhin sollten Hundebesitzer regelmäßig das Gewicht ihres Hundes kontrollieren, um eine erneute Überversorgung rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. 

Übergewicht bei Hunden vorbeugen

Besser als Diäten jeglicher Art ist es, Übergewicht beim Hund erst gar nicht entstehen zu lassen. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, empfehlen wir Dir eine bedarfsgerechte Hundeernährung. Deine Futterwahl und die verfütterte Menge sollten dabei dem Alter, dem Körpergewicht und dem Aktivitätslevel Deines Hundes entsprechen, damit zu keiner Zeit eine Unter- oder Überversorgung entsteht. Regelmäßige Aktivität hilft Deinem Hund, den Energieverbrauch zu steigern und sein Idealgewicht zu erhalten.

Tipp: Bei kastrierten Hunden kann man meist von einem verminderten Energiebedarf ausgehen. Daher ist es empfehlenswert, bei einem neuen Futter zunächst ca. 10 % unter der empfohlenen Futtermenge für „normal aktive“ Hunde zu bleiben, oder – falls angegeben – der Empfehlung für „wenig aktive“ Hunde zu folgen. So kann man einer spontanen Gewichtszunahme vorbeugen, und ggfs. später die Futtermenge erhöhen, sollte man sehen, dass sie nicht ausreicht.

Hinweis: Nicht immer ist Übergewicht bei Hunden ein Hinweis auf falsche Fütterungsgewohnheiten. Es können auch andere Ursachen wie z.B. eine Schilddrüsen-Unterfunktion zugrunde liegen. Vor Beginn einer Gewichtsreduktion sollte daher unbedingt der Rat des Haustierarztes eingeholt werden.
 

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Geeignetes Futter für eine Gewichtsreduktion:

Silke Pospiech Hundeexpertin

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